Praxisleitfaden Lesezeit ~9 Min.
Wie filtert man Regenwasser, Brunnenwasser, Bohrlochwasser oder Quellwasser?
Wasser aus einer privaten Quelle lässt sich nicht mit einem einzigen Gerät behandeln. Sinnvoll ist ein stufenweiser Aufbau: Anlage schützen, Partikel zurückhalten, spezifische Probleme des Wassers behandeln und das Wasser anschließend an die vorgesehene Nutzung anpassen.
Erster Schritt
Wasser analysieren
Brunnen-, Bohrloch- und Quellwasser können Stoffe enthalten, die mit bloßem Auge nicht sichtbar sind. Eine Wasseranalyse zeigt, welche Behandlung tatsächlich notwendig ist.
Prinzip
Stufenweise filtern
Zuerst gröbere Partikel entfernen, anschließend feiner filtern und danach Aktivkohle sowie spezielle Behandlungsstufen entsprechend der Wasserqualität einsetzen.
Letzte Stufe
UV am Ende der Behandlung
Wenn eine UV-Desinfektion erforderlich ist, wird sie nach den verschiedenen Filterstufen bei ausreichend klarem Wasser eingesetzt.
Regenwasser, Brunnenwasser, Bohrlochwasser oder Quellwasser: Wo liegen die Unterschiede?
Vor der Auswahl der Geräte sollte zunächst die Herkunft des Wassers bestimmt werden. Jede Wasserquelle besitzt andere Eigenschaften und kann eine eigene Behandlungskette erfordern.
Regenwasser
Es kann Staub, Pollen, Partikel vom Dach, organisches Material und Verunreinigungen aus der Speicherung enthalten.
Brunnenwasser
Es stammt häufig aus relativ oberflächennahen Grundwasserschichten. Seine Qualität kann je nach Jahreszeit, Niederschlag, Bodenbeschaffenheit und Umgebung schwanken.
Bohrlochwasser
Es wird meist aus größerer Tiefe gefördert und kann unter anderem Eisen, Mangan, Kalk, feinen Sand oder andere gelöste Stoffe enthalten.
Quellwasser
Ein natürliches Aussehen ist keine Garantie für hygienisch einwandfreies Wasser. Die Zusammensetzung kann schwanken und sollte vor der Auswahl der Behandlung bekannt sein.
Klares Wasser ist nicht automatisch Wasser, das bedenkenlos genutzt werden kann
Manche Bakterien oder gelösten Stoffe sind mit bloßem Auge nicht sichtbar. Bei Brunnen-, Bohrloch- oder Quellwasser und besonders bei sensiblen Nutzungen ist eine Analyse wichtig, um die Behandlung richtig auszulegen.
Der notwendige Behandlungsgrad hängt auch von der Nutzung ab
Wasser, das ausschließlich für die Gartenbewässerung verwendet wird, erfordert nicht dieselben Maßnahmen wie Wasser für die Nutzung im Haus. Je sensibler die Nutzung, desto wichtiger werden Kontrolle der Wasserqualität und Zuverlässigkeit der Behandlung.
| Nutzung | Priorität | Vorgehen |
|---|
| Bewässerung / Außenbereich | Pumpe und Anlage schützen | Ansaugkorb und Vorfiltration entsprechend der Wasserqualität |
| WC / technische Anwendungen | Zuverlässigkeit und Sauberkeit des Systems | Pumpe, Drucksystem und geeignete Filtration |
| Sanitärbereich | Mikrobiologische Qualität | Analyse, vollständige Filtration und angepasste Behandlung |
| Trinken / Kochen | Höchste Anforderungen | Analyse, geeignete Installation und auf die Wasserqualität abgestimmte Behandlung |
Wassernetze beachten
Eine Anlage mit Wasser aus einer privaten Quelle muss so ausgeführt werden, dass kein unerwünschter Rückfluss oder eine Verbindung mit dem öffentlichen Trinkwassernetz entsteht. Die geltenden Vorschriften müssen berücksichtigt werden.
Vor den Filtern: Ansaugkorb, Pumpe und Druckerhöhung
Die Filtration ist nur ein Teil der Anlage. Das Wasser muss zunächst aufgenommen, gefördert und mit ausreichendem Druck zu den verschiedenen Behandlungsstufen geleitet werden.
Ansaugkorb
Hält gröbere Verunreinigungen zurück und schützt die Pumpenansaugung.
Rückschlagventil
Verhindert das Zurückfließen des Wassers und hilft, die Anlage gefüllt zu halten.
Pumpe
Eine Oberflächenpumpe saugt das Wasser an; eine Tauchpumpe fördert es aus Brunnen oder Bohrloch nach oben.
Druckerhöhungsanlage
Stabilisiert den Druck, reduziert häufige Pumpenstarts und verbessert den Nutzungskomfort.
Vor der Pumpe nicht zu fein filtern
Eine feine Filterkartusche auf der Ansaugseite kann die Wasserzufuhr begrenzen, das Ansaugen erschweren und die Pumpe ungünstig belasten. Die Hauptfiltration wird daher in der Regel hinter Pumpe und Drucksystem installiert.
In welcher Reihenfolge sollte das Wasser gefiltert werden?
Grundsätzlich wird von grob nach fein gefiltert. Jede Stufe schützt die nachfolgende und hilft, ein vorzeitiges Zusetzen der Kartuschen zu vermeiden.
1
Regen- / Brunnen- /
Bohrlochwasser
3
Selbstreinigender Filter
40 µm
!
Bei Eisen im Wasser: eine geeignete Behandlung vor der UV-Sterilisation vorsehen.
Wasserquelle → Pumpe / Drucksystem → selbstreinigender Filter 40 µm → Sediment 5 µm → Aktivkohle → Kalkschutz falls nötig → UV → Hausversorgung
Filterstufe 1
Selbstreinigender Vorfilter mit etwa 40 Mikron
Er hält gröbere Partikel wie Sand, Schlamm, kleine Ablagerungen und Schwebstoffe zurück. Die relativ grobe Filtration begrenzt ein schnelles Zusetzen und schützt die nachfolgenden Kartuschen.
Filterstufe 2
Sedimentfiltration 5 Mikron
Diese Stufe verfeinert die Filtration und hält kleinere Partikel wie feinen Sand, Schluff, Rost und weitere Schwebstoffe zurück.
Filterstufe 3
Aktivkohle
Aktivkohle wird nach der Partikelfiltration eingesetzt. Sie kann dazu beitragen, Geschmack und Geruch zu verbessern und abhängig vom verwendeten Filtermedium bestimmte Stoffe zu reduzieren.
Was tun, wenn das Wasser Eisen enthält?
Eisen kommt in manchen Brunnen- oder Bohrlochwässern relativ häufig vor. Es kann sich durch gelbliche oder orange Färbung, rötliche Ablagerungen oder einen metallischen Geschmack bemerkbar machen.
In diesem Fall muss eine spezielle Behandlungsstufe ergänzt werden. Ihre Position hängt insbesondere von der Technik der verwendeten Eisenfilterkartusche ab.
Beispiel bei eisenhaltigem Wasser
Vorfilter ~40 µm → Eisenbehandlung → Sediment 5 µm → Aktivkohle → Kalkschutz falls nötig → UV
Wenn die Kartuschen sehr schnell rot werden
Stark eisenhaltiges Wasser kann die Kapazität einer einfachen Kartusche übersteigen. Eine Wasseranalyse zeigt, ob eine spezielle Enteisenungsanlage notwendig ist.
Was tun bei hartem Brunnen- oder Bohrlochwasser?
Auch Wasser aus einer privaten Quelle kann hart sein. Kalk kann sich dann in Leitungen, Geräten und Behandlungssystemen ablagern.
Bei einer Anlage mit UV-Sterilisator sollte besonders auf die Quarzhülse geachtet werden: Kalkablagerungen können die Übertragung der UV-Strahlung verringern.
Hartes Wasser: Kalk vor der UV-Stufe behandeln
Wenn die Wasserhärte dies erforderlich macht, wird der Kalkschutz nach den Filterstufen und vor dem UV-Sterilisator installiert.
Warum wird der UV-Sterilisator als letzte Stufe installiert?
UV-Behandlung wirkt auf UV-C-empfindliche Mikroorganismen. Sie ersetzt jedoch keine mechanische Filtration und entfernt weder Sand noch Eisen, Nitrat, Schwermetalle oder Kalk.
Für einen guten Betrieb sollte der UV-Sterilisator ausreichend klares und korrekt vorgefiltertes Wasser erhalten. Er wird daher am Ende der Behandlungskette installiert.
Vor der UV-Stufe
Trübung und Partikel reduzieren, Eisen bei Bedarf behandeln und bei hartem Wasser Kalkablagerungen begrenzen.
Wartung
Die UV-Lampe ist ein Verschleißteil und die Quarzhülse muss sauber bleiben. Die Wartung richtet sich nach den Empfehlungen des eingesetzten Geräts.
Warum sollte das Wasser analysiert werden?
Eine Analyse ist besonders bei Brunnen-, Bohrloch- oder Quellwasser wichtig. Je nach Situation können dabei Trübung, pH-Wert, Härte, Eisen, Mangan, Nitrat, Leitfähigkeit und mikrobiologische Parameter geprüft werden.
Ohne Analyse kann sich das Wasser optisch verbessern, während ein unsichtbares Problem bestehen bleibt. Die Analyse hilft daher, die tatsächlich notwendigen Geräte und ihre richtige Reihenfolge festzulegen.
Eine angepasste Behandlungskette statt eines einzigen Geräts
Jede Stufe übernimmt eine bestimmte Aufgabe: schützen, vorfiltern, feiner filtern, ein spezifisches Problem behandeln und bei Bedarf desinfizieren.
Welche Lösung wählen?
Biopur Habitat bietet verschiedene Konfigurationen, die eine sinnvolle Grundlage darstellen und anschließend an Wasseranalyse und benötigten Durchfluss angepasst werden können.
Erweiterbare Filtration
Vorfilter + Dreifachfilter
Eine vollständige mechanische Filterbasis mit Vorfiltration gröberer Partikel und anschließend drei Filtergehäusen, die an die Wasserqualität angepasst werden können.
Filtersystem für Regen-, Bohrloch-, Brunnen- und Quellwasser – Selbstreinigender Filter + Dreifachfilter
Voir le produit → Filtration + UV
Set mit UV-Sterilisator 25 W
Vorfiltration, Dreifachfilter und UV-Behandlung als letzte Stufe für eine vollständige Behandlungskette bei vielen häuslichen Anwendungen.
Filtersystem für Regenwasser, Brunnen- und Quellwasser + UV-Sterilisator 25 W
Voir le produit → Höherer Durchfluss
Set mit UV-Sterilisator 55 W
Die gleiche Grundkonfiguration mit leistungsstärkerem UV-Sterilisator für Anlagen mit höherem erforderlichem Behandlungsdurchfluss.
Hochleistungs-Filtersystem für Regen-, Bohrloch-, Brunnen- und Quellwasser + UV 55 W
Voir le produit → Die häufigsten Fehler
Davon ausgehen, dass klares Wasser automatisch unbedenklich ist
Viele unerwünschte Stoffe verändern das Aussehen des Wassers nicht sichtbar.
Nur einen UV-Sterilisator installieren
UV ersetzt weder die Vorfiltration noch notwendige vorgeschaltete Behandlungen.
Vor der Pumpe zu fein filtern
Dies kann die Wasserzufuhr zur Pumpe begrenzen und ihren Betrieb beeinträchtigen.
Eisen ignorieren
Eisenhaltiges Wasser kann feine Filterkartuschen sehr schnell zusetzen.
Kalk vor der UV-Stufe vergessen
Eine verkalkte Quarzhülse kann die Übertragung der UV-Strahlung verringern.
Wartung vernachlässigen
Vorfilter, Kartuschen, UV-Lampe und Quarzhülse müssen regelmäßig gewartet werden.
FAQ – Regen-, Brunnen-, Bohrloch- oder Quellwasser filtern
Kann Regenwasser nach der Filtration getrunken werden?
Eine Filtration allein reicht nicht aus, um Regenwasser automatisch als Trinkwasser einzustufen. Bei einer Nutzung zum Trinken oder Kochen müssen die geltenden Vorschriften berücksichtigt, das Wasser analysiert und die Behandlung an die Ergebnisse angepasst werden.
Kann Brunnen- oder Bohrlochwasser im Haus genutzt werden?
Dies hängt von der vorgesehenen Nutzung und der tatsächlichen Wasserqualität ab. Eine Analyse zeigt die erforderlichen Behandlungen. Außerdem muss eine Verbindung oder ein Rückfluss zum öffentlichen Trinkwassernetz vermieden werden.
Wo wird der selbstreinigende Filter installiert?
Er wird in der Regel nach Pumpe und Druckerhöhungsanlage installiert. Er hält gröbere Partikel zurück, bevor das Wasser die feineren Kartuschen erreicht.
Wo wird eine Eisenfilterkartusche installiert?
Die Position hängt von der verwendeten Technik ab. Wenn die Eisenfilterkartusche auch mechanisch filtert, kann sie nach dem groben Vorfilter und vor einer feineren Sedimentkartusche eingebaut werden. Stark eisenhaltiges Wasser kann eine spezielle Enteisenungsanlage erfordern.
Warum wird Aktivkohle nach der Sedimentfiltration installiert?
Die Sedimentfiltration schützt die Aktivkohle vor Partikeln, die sie zu schnell zusetzen könnten. Die Aktivkohle kann anschließend Geschmack und Geruch verbessern und abhängig vom Filtermedium auf bestimmte Stoffe wirken.
Warum sollte Kalk vor dem UV-Sterilisator behandelt werden?
Bei hartem Wasser können sich Ablagerungen auf der Quarzhülse bilden. Eine verkalkte Quarzhülse überträgt UV-Strahlung schlechter. Deshalb kann eine passende Kalkschutzbehandlung vor dem UV-Gerät sinnvoll sein.
Reicht ein UV-Sterilisator allein aus, um Wasser trinkbar zu machen?
Nein. UV wirkt auf bestimmte Mikroorganismen, entfernt jedoch keine Partikel, Eisen, Nitrat, Schwermetalle oder Kalk. Es muss Bestandteil einer geeigneten Behandlungskette sein und ersetzt keine Wasseranalyse.
Was tun, wenn die Kartuschen schnell rot werden oder verstopfen?
Eine rote oder orange Färbung kann auf einen hohen Eisengehalt hinweisen. Wenn die Kartuschen sehr schnell gesättigt sind, reicht eine einfache Eisenfilterkartusche möglicherweise nicht aus. Dann sollte das Wasser analysiert und eine geeignete Enteisenung geprüft werden.